Brustzentrum im Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Je früher diese Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso besser sind auch die Heilungschancen. In unserem Brustzentrum liegt der Schwerpunkt in der möglichst frühzeitigen Erkennung und individuellen Behandlung des Mammakarzinoms.
Im Vordergrund steht zunächst die ausführliche Diagnostik (Palpation, Mammographie, Mammasonographie, High-Speed-Stanze und Magnetresonanztomographie). Vor einer anstehenden OP sichern wir die Diagnose in den meisten Fällen durch eine Stanzbiopsie, welche feingeweblich im Pathologischen Institut von Prof. Dr. Pickartz (auf unserem Krankenhausgelände) untersucht wird. Daraus ergibt sich für uns die individuell abgestimmte OP-Planung. In den meisten Fällen wird die anschließend erforderliche Operation brusterhaltend, d.h. ohne größere Gewebedefekte durchgeführt.
Sollte der Gewebedefekt möglicherweise sichtbar werden, kann dieser durch eine gleichzeitige plastische Deckung mit eigenem Gewebe korrigiert werden (onkoplastische Operation).
In seltenen Fällen muss auch heute noch die gesamte Brust entfernt werden. Wir bieten in solchen Fällen eine Brustrekonstruktion gleichzeitig oder zu einem späteren Zeitpunkt an.
Ergänzt werden muss die Operation bei einem bösartigen Geschehen durch eine Entfernung von Lymphknoten aus der betroffenen Achselhöhle. Dies erfolgt gewebeschonend und beinhaltet die Entfernung von etwa zehn Lymphknoten, die ebenfalls einer genauesten feingeweblichen Untersuchung durch den Pathologen unterzogen werden. Ist die Größe des Knotens in der Brust kleiner als 2 cm, und sind in der Achselhöhle keine vergrößerten Lymphknoten zu tasten, markieren wir den Sentinel - Lymphknoten (Wächter-Lymphknoten) radioaktiv. Während der Operation wird dieser Lymphknoten gezielt aufgesucht und entfernt. Schon während der Operation erhalten wir vom Pathologen die Information, ob dieser Lymphknoten befallen ist. Nur wenn dieser schon Brustkrebszellen aufweist, ist die Entfernung weiterer Lymphknoten aus der Achselhöhle nötig.
Nach der Operation wird nach Erhalt aller Ergebnisse das individuelle Schema der weiteren Behandlung festgelegt. Auf unserer interdisziplinären Tumorkonferenz werden alle Fälle mit Pathologen, Radiologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Gynäkologen diskutiert und das jeweilige entsprechende Therapiekonzept erstellt, das sich unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten an den Standards und Leitlinien der Fachgesellschaften orientiert. Mit den betroffenen Patientinnen und auf Wunsch mit den Partnern und Familienangehörigen werden dann alle notwendigen Therapiemaßnahmen ausführlich besprochen.
Bei Problemen und Sorgen im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen Ihnen unsere Ärzte und Krankenschwestern, eine Brustkrankenschwester, eine Psychoonkologin, eine Kunsttherapeutin, eine Apothekerin und unser Sozialdienst im Hause mit Rat und Tat zur Seite.