Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
: Was passiert nach der Operation?
: Die meist gestellten Fragen zur Allgemeinanästhesie
: Die meist gestellten Fragen zur Regionalanästhesie
: Zur Ihrer Sicherheit: Verhaltensregeln nach ambulanten Eingriffen
Schmerzen sind biologisch sinnvoll
Schmerzen sind eine besonders wichtige Wahrnehmung. Sie warnen unseren Körper vor Schädigungen. Über komplizierte Verschaltung im Rückenmark und Gehirn helfen sie bei der Abwehr von Gefahren (z.B. Stressreaktion und Wegziehen der Hand beim Berühren eines heißen Gegenstandes).
Starke Schmerzen nach Operationen sind nicht sinnvoll sondern schädlich
Operationsschmerzen sind künstlich hervorgerufen – sie haben keinen warnenden Signalcharakter und müssen deshalb nicht ertragen werden. Sehr starke Schmerzen sind zudem schädlich. Sie stören nicht nur Ihr Allgemeinbefinden sondern können den Heilungsprozess beeinträchtigen und verzögern.
Eine gute Schmerzbehandlung
Die Schmerzbehandlung ist eine wichtiges Anliegen aller Sie behandelnden und betreuenden Ärzte und Pflegemitarbeiter. Auf den Stationen stehen Medikamente zur Verfügung, die je nach Ihrem Bedarf in regelmäßigen Abständen als Tablette, Zäpfchen oder Injektion/Infusion gegeben werden können. Wenn bei Ihnen eine Infusion angelegt ist, können Medikamente auch direkt in die Blutbahn gegeben werden.
Der Schmerztherapiedienst lindert die Schmerzen
Bei schwerwiegenden Schmerzen nach großen Operationen kann von einem anästhesiologischen Schmerztherapiedienst ein besonders modernes und wirkungsvolles Behandlungsverfahren eingesetzt werden: die so genannte patientenkontrollierte Analgesie*).
*) Analgesie = Schmerzlinderung
Verwendet werden spezielle Infusionspumpen, die in einer Tasche über der Schulter getragen werden können. Sie werden entweder an einen Regionalanästhesie-Katheter oder an einen intravenösen Katheter (PCA = Patienten-kontrollierte Analgesie) angeschlossen. Über einen Schalter können Sie in vorher festgelegten Zeitabständen eine bestimmte Dosis des Schmerzmittels selbst abrufen.
In täglichen Visiten der Mitarbeiter des Schmerztherapiedienstes wird der Therapieerfolg überprüft und die Dosis der Medikamente Ihren Bedürfnissen angepasst. Zudem werden Sie nach evtl. aufgetretenen Nebenwirkungen befragt (z.B. Blasenentzündungen, Übelkeit, Juckreiz, Taubheitsgefühl); diese Nebenwirkungen können in der Regel gut behandelt werden.
Seit mehr als 100 Jahren werden Allgemeinanästhesien durchgeführt. Die erste Medizinerin, die sich für eine allgemeine Überwachung von Patienten nach Operationen aussprach, war die Engländerin Florence Nithingale (1820-1910) im Jahre 1863. Sie formulierte erstmals den Vorteil eines räumlichen Zusammenhangs zwischen Operationseinheit und postoperativer Überwachungsmöglichkeit.
Im angloamerikanischen Sprachraum wurden schon in den zwanziger und dreißiger Jahren die ersten Aufwachräume eröffnet. Hier etablierten sich innerhalb von zwei Jahrzehnten die Aufwachräume und fanden internationale Anerkennung. In den fünfziger und sechziger Jahren kam es durch die zunehmende Komplexität der chirurgischen Eingriffe und die Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten in der postoperativen Intensivmedizin einschließlich der postoperativen Beatmung zu erhöhten Anforderungen an diese postoperativen Überwachungseinheiten. In Deutschland wurde die Notwendigkeit zur Einrichtung von Aufwachräumen zur unmittelbaren postoperativen Überwachung erst vor ungefähr 30 Jahren allgemein anerkannt.
Innerhalb der modernen Anästhesie und der postoperativen Versorgung nimmt die Überwachung von Patienten in der unmittelbar postoperativen Phase eine zentrale Stellung ein. Das Vorhandensein und der arbeitstägliche Betrieb von Aufwachräumen stellt hohe Anforderungen an den Ausbildungsstand des betreuenden Personals und die Organisationsstruktur innerhalb des Krankenhauses. Der Aufwachraum bietet für alle postoperativen Patienten, bei denen keine Behandlung auf einer Intensivstation nötig ist, die Sicherheit einer adäquaten postoperativen Überwachung mit der Möglichkeit, zeitgerecht operationsbedingte oder anästhesiologisch bedingte Komplikationen zu therapieren.
Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau verfügt über zwei Aufwachräume in den Bereichen Chirurgie/Gynäkologie sowie Orthopädie. Hier werden alle Patienten postoperativ für etwa 30-60 Minuten überwacht, bis sie sicher auf ihre Bettenstation verlegt werden können.
Nach einer schwierigen und langen Operation kann es notwendig sein, dass Sie auf die Intensivbehandlungsstation verlegt werden. Dies geschieht entweder zur lückenlosen Überwachung oder zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Körperfunktionen. Hierüber wird Ihr Anästhesist mit Ihnen sprechen.
Wenn Sie auf der Intensivstation erwachen, kann es sein, dass Sie noch den Beatmungsschlauch im Mund haben. Sie können dann nicht sprechen. Es wird aber ständig eine Pflegekraft an Ihrem Bett sein, die dieses Problem kennt und weiß, wie Sie Ihnen helfen kann. Normalerweise sorgt die Gabe von Schlaf- und Schmerzmittel (=Analgosedierung) während dieser Phase dafür, dass Sie sich an diese Situation später nicht erinnern können. Sollte dies dennoch der Fall sein, so informieren Sie uns bitte nach Ihrem Intensivaufenthalt darüber. Wir sind stets bemüht, die Qualität unser Analgosedierungs-Maßnahmen zu verbessern.
Eine häufige Beschwerde ist der trockene Mund, eventuell auch ein Durstgefühl. Da Sie noch nicht trinken können oder dürfen, werden diese Beschwerden dann mit künstlichem Speichel gelindert.
Meist wurde Ihnen auch während der Narkose ein Blasenkatheter gelegt. Sie können dann das Gefühl haben, Wasser lassen zu müssen, obwohl der Urin über diesen Katheter abfließt.
Bei Störungen der Lungenfunktion kann es erforderlich sein, Sie so lange künstlich über den Trachealtubus zu beatmen, bis sich Ihre Lunge wieder erholt hat. Dann kann der Tubus meist rasch entfernt werden. Bei ausgeprägter Schwäche kann die Entwöhnung von der künstlichen Beatmung aber auch Tage dauern. Die maschinelle Atemhilfe wird dann langsam reduziert.
Leichte Störungen der Lungenfunktion werden mit einer Maske behandelt, die Ihnen zeitweise fest über den Mund und Nase aufgesetzt wird. Das dadurch hervorgerufene Druckgefühl im Gesichtsbereich ist leider unvermeidlich.
Wenn Sie nicht essen können oder dürfen, werden Sie künstlich ernährt. Meist geschieht das über eine Magensonde, die über ein Nasenloch und die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben wurde. Nur wenn Ihr Magen und/oder Darm nicht richtig arbeiten oder nicht mit Nahrung belastet werden dürfen, werden Sie durch Infusion von Nährstoffen in Ihr Blut über Venenkatheter ernährt. Zur Kontrolle und Behandlung des Kreislaufs kann eine eingreifende Überwachung wichtiger Kreislaufgrößen nötig sei. Dazu werden dünne, flexible Kunststoffschläuche (Katheter) in Arterien und Venen gelegt. Diese belästigen Sie aber nicht.
Über weitere Intensivbehandlungsmaßnahmen, die eventuell erforderlich werden können, sowie die Risiken einer Intensivbehandlung wird Sie Ihr Anästhesist gern informieren
Der Eingriff und die Nachwirkungen von Medikamenten können vorübergehend Ihre Reaktionsfähigkeit herabsetzen.
*) Ambulant = ohne Übernachtung im Krankenhaus. Sie begeben sich wenige Stunden nach der Operation wieder nach Hause.
Beachten Sie bitte 24 Stunden danach zu Ihrer eigenen Sicherheit folgende Regeln:
Lassen Sie sich in jedem Fall von einer erwachsenen Person nach dem Eingriff abholen.
Ihre Betreuung zu Hause muss für die ersten 24 Stunden durch einen Erwachsenen sichergestellt sein. Im Haus muss ein Telefon vorhanden sein.
Durch die Allgemeinanästhesie werden neben dem Bewusstsein und der Schmerzempfindung auch die Schutzreflexe (z.B. Schluck- und Hustenreflex) ausgeschaltet. Es besteht daher die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt, eingeatmet wird und eine schwere Lungenentzündung hervorruft. Diese Gefahr ist umso größer, je größer der Mageninhalt ist, d.h. je kürzer die letzte Mahlzeit zurückliegt. Vor der Anästhesie sollten Sie daher im Interesse eigener Sicherheit mindestens sechs Stunden keine feste Nahrung zu sich nehmen und mindestens vier Stunden nichts mehr trinken.
Die modernen Medikamente ermöglichen ein rasches und sanftes Hinübergleiten in den schlafähnlichen Zustand der Allgemeinanästhesie. Sowohl beim Einspritzen der Medikamente in den Infusionsschlauch als auch bei Verabreichung mit der Atemluft schlafen Sie nach einer halben bis einer Minute ein.
Nachdem Sie eingeschlafen sind, überprüft Ihr Anästhesist ständig neben den lebenswichtigen Organfunktionen auch die Narkosetiefe. Mit Hilfe der heute verfügbaren Medikamente kann er sie sehr genau und rasch regulieren. Sie brauchen sich also keine Sorgen machen, dass Sie während der Operation wach werden.
Schmerzen nach einer Operation sind nicht vollständig zu vermeiden, sie können aber heute auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Der Bedarf an Schmerzmitteln hängt vor allem von der durchgeführten Operation ab. Um Ihnen die Zeit nach der Operation so angenehm wie möglich zu machen, wird bereits während des Eingriffs die Dosierung der Schmerzmittel auf den erwarteten Bedarf abgestimmt. Nach Ende der Operation kann die Behandlung jederzeit nach Ihrem individuellen Bedarf verändert werden.
Bei größeren Eingriffen kann zusätzlich zur Allgemeinanästhesie eine Regionalanästhesie sinnvoll sein, die eine gute Schmerzbehandlung ermöglicht. Ihr Anästhesist wird Sie hierüber gerne genauer informieren.
Die Anästhesie ist heute sicher wie nie zuvor. Diese erfreuliche Tatsache ist vor allem der Entwicklung neuer Medikamente und besserer Überwachungsmöglichkeiten für die Funktion der lebenswichtigen Organe zu verdanken. Dennoch können auch heute in seltenen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Das Risiko hierfür wird vor allem von den Begleiterkrankungen des Patienten und von der durchgeführten Operation bestimmt, weniger von der Anästhesie selbst. Für körperlich belastbare Patienten, die sich einem begrenzten Eingriff unterziehen, ist es äußerst gering.
Übelkeit und Erbrechen waren früher nahezu unvermeidliche Folgen jeder Anästhesie. Die modernen Medikamente lösen die unangenehmen Nebenwirkungen wesentlich seltener aus, einige sind sogar zu ihrer Behandlung geeignet.
Dennoch können wir leider auch heute noch keine Gewähr für eine Aufwachphase ohne Übelkeit geben. Häufigkeit und Ausprägung hängen von der persönlichen Veranlagung und der durchgeführten Operation ab.
Bei bekannter Veranlagung können wir jedoch besondere Maßnahmen anwenden.
Frühzeitige Zufuhr von Flüssigkeit und fester Nahrung nach einer Anästhesie führt häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Im eigenen Interesse sollten Sie daher mit dem Trinken mindestens drei Stunden, mit der Aufnahme fester Nahrung mindestens sechs Stunden warten. Nach Operationen an den Bauchorganen, insbesondere am Darm, können sich diese Zeitintervalle zum Teil um ein Mehrfaches verlängern.
Die modernen Medikamente lassen eine sehr gute Steuerung der Anästhesiedauer zu. Schon wenige Minuten nach Ende der Operation sind Sie daher wieder „wach“ im Sinne der Anästhesisten, das heißt, dass Sie selbst wieder ausreichend atmen können, Ihre Schutzreflexe zurückgekehrt sind und wir uns mit Ihnen verständigen können. Bis Sie Ihrer Umgebung wieder wach Aufmerksamkeit entgegenbringen und sich für Aktivitäten wie Lesen, Fernsehen u.ä. interessieren, vergehen jedoch in Abhängigkeit von Art und Dauer der Operation mindestens eine, nicht selten auch viele Stunden. Diese Zeitspanne ist auch von der Art und Dosis der Schmerzmittel abhängig, die Sie nach der Operation benötigen.
Ja, normalerweise reicht die Regionalanästhesie für die Zeit der Operation aus. Wird eine längere Operationsdauer erwartet, so kann ein Verweilkatheter platziert werden, über den bei Bedarf jederzeit nachgespritzt werden kann.
Nein, Sie müssen keine Schmerzen haben. Sollte die Betäubung abklingen, so können Sie zusätzlich über die Infusion Schmerzmittel erhalten. Auch der Übergang auf eine Allgemeinanästhesie ist jederzeit möglich.
Wenn Sie dies wünschen, können Sie die Operation schmerzfrei und wach erleben. Viele Patienten möchten jedoch lieber schlafen, wir können Ihnen dann ein Schlafmittel in die Infusion geben. Zur Entspannung können Sie Ihre Lieblingsmusik über Kopfhörer genießen.
Bei jeder Operation muss das Eindringen von Bakterien und anderen schädlichen Mikroorganismen in die Wunde mit allen Mittel verhindert werden. Die Haut wird daher vorher sorgfältig desinfiziert, das Operationsfeld nach allen Seiten mit keimfreien Tüchern abgedeckt. In der Regel können Sie daher nicht bei der Operation zuschauen. Ausnahmen bilden u.U. Gelenkspiegelungen (Arthroskopie), bei denen Sie die Operation auf einem Fernsehbildschirm verfolgen können.
Die Wirkung der Regionalanästhesie setzt innerhalb einiger Minuten ein. Es kann aber manchmal länger dauern, bis die Anästhesie ihre volle Ausprägung erreicht.
Alle für die Regionalanästhesie verwendeten Materialien und Medikamente wurden speziell im Hinblick darauf entwickelt, das Risiko einer Nervenschädigung möglichst auszuschließen. Bleibende Schäden sind daher heute extrem selten.
: Die Betreuung durch unsere Narkoseärzte
: Periduralanästhesie mit Katheter (PDA)
: Welche Vorteile hat eine Periduralanästhesie?
: Wann wird eine Periduralanästhesie durchgeführt?
: Wann setzt die Wirkung ein? Wie lange dauert sie?
: Was können Sie nach Einsetzen der Wirkung noch fühlen?
: Unter welchen Bedingungen kann eine Periduralanästhesie nicht durchgeführt werden?
: Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?
: Was ist, wenn eine Kaiserschnittentbindung unvermeidlich ist?
: Ablauf der Periduralanästhesie
Leider kann Ihnen niemand eine völlig schmerzfreie Geburt versprechen. Es gibt jedoch Möglichkeiten Ihnen die Geburt zu erleichtern oder eine Schmerzlinderung durchzuführen.
Die Betreuung durch unsere Narkoseärzte ist im Kreißsaal über 24 Stunden gewährleistet.
Die Wehenschmerzen unter der Geburt sind individuell sehr unterschiedlich. Hebammen, Frauenärzte und Narkoseärzte wollen Ihnen helfen, diese Wehenschmerzen zu lindern und Ihnen damit den Vorgang der Geburt zu erleichtern.
Einige Methoden der Schmerzlinderung (Zäpfchen, Tabletten, Spritzen, Homöopathie als auch Akupunkturverfahren) werden in unserer Klinik von Hebammen und Frauenärzten durchgeführt. Eine weitere Methode der Schmerzlinderung unter der Geburt ist die Periduralanästhesie. Wir möchten Ihnen dieses Verfahren hier kurz vorstellen.
Bei der Periduralanästhesie wird ein Betäubungsmittel in die Nähe der vom Rückenmark wegführenden Nerven gespritzt. Dadurch wird die Schmerzempfindung, die über Nervenbahnen von der Gebärmutter und den Geburtswegen zum Rückenmark verläuft, durch medikamentöse Blockade der Schmerzfasern im Bereich der Lendenwirbelsäule vermindert. Das Betäubungsmittel wird über einen dünnen Kunststoffschlauch (ca. 1 mm Durchmesser) gespritzt, der durch eine Hohlnadel in den Rücken eingeführt wird.
Die Wirkung der Medikamente ist auf den Bereich beschränkt, in dem Sie Schmerzen verspüren. Das Bewusstsein wird, anders als bei einer Narkose, nicht ausgeschaltet.
Da die Medikamente nur in geringen Konzentrationen verabreicht werden, bleibt das Kind unbeeinflusst.
Sollten Sie eine Periduralanästhesie wünschen, bietet es sich an, den Periduralkatheter bereits in einem frühen Stadium der Geburt zu legen.
Die schmerzlindernde Wirkung beginnt etwa 10-20 Minuten nach Injektion des Medikamentes. Der Beginn der Wirkung ist nicht plötzlich sondern langsam zunehmend. Im Verlauf werden die Wehen erträglich, und ein Gefühl der Entspannung setzt ein.
Ein Wärmegefühl im Bereich der Beine und des Bauches, sowie "Kribbeln" in den Beinen sind normale Zeichen des Wirkungseintritts der Periduralanästhesie. Ein Schweregefühl der Beine tritt manchmal bei länger dauernden Entbindungen oder verstärkter medikamentöser Nervenblockade auf.
Die Periduralanästhesie kann so lange und in der Stärke fortgeführt werden, wie sie für Sie nötig ist.
In der Geburtshilfe streben wir weitestgehende Schmerzlinderung bei noch erhaltener Fähigkeit zur aktiven Mitarbeit der Frau beim Geburtsvorgang an. Deshalb können Sie Wehen als Druck wahrnehmen. Auch werden Sie fühlen können, wenn Ihre Hebamme oder Ihr Frauenarzt Sie untersuchen.
Taubheitsgefühle, Wärmeempfinden und/oder vorübergehende Beeinträchtigung der Muskelkraft in der unteren Körperhälfte sind normale Begleiterscheinungen, die im Wesentlichen davon abhängen, wie sich Bedarf und Dauer ergänzen.
Bei Störungen der Blutgerinnung, Erkrankungen der Nerven, Operationen am Nervensystem, Hautinfektionen und ausgeprägten Veränderungen der Wirbelsäule ist eine Periduralanästhesie nicht ohne weiteres möglich.
Genaueres sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Narkosearzt besprechen. Sollten Sie vor Ihrer Geburt Fragen zur Periduralanästhesie haben, können Sie gerne einen Termin mit uns zu unseren Sprechzeiten vereinbaren.
Es ist möglich, dass die Schmerzlinderung nicht ausreichend ist. Dann kann es notwendig werden, den dünnen Plastikschlauch an anderer Stelle erneut einzuführen.
Es kommt vor allem in der Anfangsphase der Betäubung oft zu Phasen niedrigen Blutdrucks. Um dieses Risiko zu minimieren, wird man Ihnen eine Infusion anlegen, über die Ihnen vor Beginn der Betäubung Flüssigkeit zugeführt wird.
Nach einer Regionalanästhesie sind Befindlichkeitsstörungen selten und gehen im Allgemeinen rasch vorüber. Durch die ständige Verfügbarkeit eines Anästhesisten und die engmaschige Überwachung mit Hilfe technischer Geräte ist das Risiko ernsthafter Zwischenfälle heutzutage äußerst gering.
In einem persönlichen Aufklärungsgespräch vor einem Periduralkatheter sollten die Besonderheiten Ihrer Situation besprochen werden. Sollten Sie weitere Fragen im Zusammenhang mit der Geburt haben, zögern Sie sich nicht, uns danach zu fragen oder vereinbaren Sie einen Termin über unser Sekretariat vor Ihrem Entbindungstermin.
Auch zur Kaiserschnittentbindung (Sectio caesarea), bei der neben Schmerzfreiheit eine Muskelerschlaffung des Bauchraumes erwünscht ist, wenden wir bevorzugt die Periduralanästhesie an. So kann ein Periduralkatheter, der primär zur Geburtserleichterung gelegt wurde, durch Erhöhung der Medikamentenkonzentration auch für die Kaiserschnittentbindung genutzt werden. Ist von vornherein eine Kaiserschnittentbindung geplant, werden Sie rechtzeitig zur Anlage des Periduralkatheters in den Kreißsaal gebeten.
Nach einer Kaiserschnittentbindung empfehlen wir Ihnen, den Periduralkatheter für weitere 12-24 Stunden liegen zu lassen. Auf diese Weise kann in der ersten Nacht eine sehr gute Schmerztherapie durchgeführt werden.
Selbstverständlich führen wir bei einem Kaiserschnitt bei bestimmten Indikationen oder auf Ihren Wunsch auch Narkosen durch, wenngleich Untersuchungen deutliche Vorteile der Periduralanästhesie gegenüber der Vollnarkose für Mutter und Kind gezeigt haben.
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Zunächst erfolgt die richtige Lagerung der Schwangeren – die Periduralanästhesie kann sowohl in Seitenlage als auch in sitzender Position durchgeführt werden. |
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| Nach gründlicher Desinfektion der Haut im Bereich der Punktionsstelle und steriler Abdeckung erfolgt zunächst eine örtliche Betäubung der Haut, die Sie evtl. als kleinen „Mückenstich“ empfinden können. | |
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Als nächstes wird die so genannte Hohlnadel in Richtung der Wirbelsäule eingeführt, was Sie evtl. noch als Druckgefühl im Rückenbereich verspüren können. |
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Hat die Hohlnadel die richtige Position erreicht, wird ein dünner Plastikschlauch durch die Nadel eingeführt. |
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Zuletzt wird die Nadel wieder entfernt und der Katheter mit Pflasterstreifen am Rücken fixiert. |